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Simplified Technical English

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© Text (Englisch): tcworld, Autor: Herbert Kaiser
Auszugsweise maschinell übersetzt, gekürzt und überbearbeitet

Simplified Technical English – Sag es besser, mit weniger Worten

Zum Thema Simplified Technical English (STE) gibt es viele Missverständnisse. Kein Wunder, dass sich dieser Sprachstandard außerhalb der Luftfahrtindustrie nur schwer durchsetzen kann, obwohl lediglich drei Prozent seines Vokabulars auf diesen Sektor entfallen. Es ist an der Zeit, diese fehlerhaften Behauptungen zu korrigieren.

Globale Kommunikation ist das Schlagwort unserer Zeit. Jeder hat die Möglichkeit, in globalen sozialen Netzwerken zu kommunizieren. Auf kommerzieller Ebene möchten sich Unternehmen etablieren und ihre Produkte weltweit vermarkten, und verschiedene Einheiten eines multinationalen Unternehmens müssen miteinander kommunizieren. Hierfür sind effiziente Kommunikationskanäle erforderlich. Kann Simplified Technical English diese Funktion erfüllen?

Der Sprachstandard wird seit 27 Jahren von weltweit agierenden Unternehmen angewendet, führt aber weiterhin ein Nischendasein. Warum wird der Standard nicht stärker in anderen Sektoren umgesetzt? Könnte es an irreführenden oder gar falschen Informationen liegen?


Kontrollierte Sprache

Der Begriff „kontrollierte Sprache“ ist mißverständich, weil das Wort „Kontrolle“ oft mit „Überwachung“ gleichgesetzt wird. Diese Interpretation hat sich festgesetzt und führt häufig zu Irritationen bei Anwendern, die keine Sprachexperten sind. Eigentlich ist es ganz einfach: Eine Sprache wird von ein paar Regeln geleitet. Vielleicht finden Sie diese Idee in ähnlichen Begriffen wie „überwacht“, „reguliert“ oder „standardisierte Sprache“ wieder.

Die Prinzipien der Sprache basieren auf den Forschung zum Thema Verstehen. Informationen, die nach bestimmten Regeln strukturiert und zielgruppenorientiert sind, werden vom Empfänger besser verstanden.

Erste Versuche wurden bereits in den 1930er und 1970er Jahren mit Basic English und Caterpillar Fundamental English unternommen. Den konsequentesten Effekt erzielt jedoch seit 1986 der Sprachstandard „Simplified Technical English“(STE) mit der Spezifikation ASD-STE100. Die aktuelle Version (Ausgabe 6) erschien im Januar 2013[1].


STE in der Praxis

Speziell für Leser, die noch keine Erfahrung mit STE haben, möchte ich das Prinzip anhand eines Beispiels aus dem ASD-STE100 erläutern. In diesem Beispiel geht es um typische Sicherheitsanweisungen, wie man sie in technischen Handbüchern findet:

DAS IN DIESEM MOTOR VERWENDETE SYNTHETISCHE SCHMIERÖL ENTHÄLT ADDITIVE, DIE BEI LÄNGEREM HAUTKONTAKT DURCH ABSORPTION GIFTIG SEIN KÖNNEN.

In STE sieht dieser Satz wie folgt aus:

DAS MOTORÖL NICHT AUF DIE HAUT AUFTRAGEN. DAS ÖL IST GIFTIG. ES KANN ÜBER DIE HAUT IN DEN KÖRPER GELANGEN.

Das Beispiel zeigt, wie der Standard funktioniert: Nicht nur die Sprache hat sich geändert, sondern auch der Informationsgehalt. Denn die Informationen müssen ohne störenden Overhead und zielgruppengerecht an den Nutzer übermittelt werden. Während die erste Variante von synthetischem Öl, Additiven und Absorption spricht und vage Formulierungen wie „erlaubt“, „in Kontakt kommen“ oder „längere Zeiträume“ hat, arbeitet die STE-Variante das heraus, was der Anwender wirklich wissen muss:

  • Achten Sie darauf, dass das Öl nicht mit der Haut in Berührung kommt.

  • Es ist giftig.

  • Wenn es mit der Haut in Berührung kommt, kann es zu Verletzungen kommen.

Dieses Beispiel zeigt, wie eine abstrakte Erklärung konkretisiert und in relevante Informationen oder gar Handlungsanweisungen übersetzt werden kann. Dies zeigt das Prinzip und die Stärke des Simplified Technical English: Präsentieren Sie den Kern der Informationen und vermitteln Sie die Inhalte möglichst einfach und verständlich.


Einfacher übersetzen

Tatsache ist: STE wurde entwickelt, um Übersetzungen zu vermeiden. STE ist aufgrund seiner Struktur und Wortwahl so klar zu verstehen, dass Benutzer mit minimalen Englischkenntnissen diese technischen Informationen sofort begreifen und direkt umsetzen können.

Natürlich werden Übersetzungen durch die regelbasierte Methodik des Standards vereinfacht, weil sich Translation Memories wesentlich effizienter nutzen lassen. Dies ist ein zusätzlicher, positiver Nebeneffekt.


Qualität und Einsparpotential

Klare, leicht verständliche und sichere Kommunikation technischer Inhalte - das ist die Aufgabe von Simplified Technical English. Dies gilt sowohl für die externe globale Kommunikation, die Produktkommunikation für die Anwender als auch für die interne Kommunikation von unterschiedlichen Partnern/Einheiten in multinationalen Unternehmen.

STE hat sich als ausgereifter und konsistenter Standard bewährt. Auch bestehende Styleguides können von diesem praxiserprobten Sprachstandard profitieren, indem sie sich an die Regeln anpassen. Wenn STE richtig eingesetzt wird, bietet es dem Unternehmen sämtliche Vorteile einer Standardisierung: Einheitlichkeit, Produktivitätssteigerung und Kostenersparnis. Die Fakten im Überblick:

  • Bewährter und praxiserprobter Standard

  • Verbindliche MUSS-Regeln

  • Texte in STE sind konsistent

  • Texte in STE sind auch für Benutzer mit geringen Englischkenntnissen international leicht verständlich

  • STE erleichtert Übersetzungen



Die Geschichte der kontrollierten Sprache

Drei wichtige Meilensteine kennzeichnen die Entwicklung der kontrollierten Sprache in der Industrie.


Basic English

Es wurde in den 1930er Jahren entwickelt und eingeführt, um den internationalen Handels innerhalb der britischen Kolonien zu vereinfachen. Der Standard umfasste 850 Wörter und wenige einfache Regeln für die Grammatik-/Satzbildung. Der Ansatz wurde aufgrund der politischen Situation nicht weiter verfolgt.


CFE (Caterpillar Fundamental English)

Anfang der 70er Jahre führte die Firma Caterpillar das sogenannte „Caterpillar Fundamental English“, kurz „CFE“, ein. Die kontrollierte Sprache entstand aus dem Wunsch, Übersetzungskosten einzusparen. Insgesamt müssten über 20.000 Publikationen in 50 verschiedene Sprachen übersetzt und weiter gepflegt werden, ein teures Unterfangen. Mangels Alternativen wurde dieser Schritt beschlossen und erfolgreich umgesetzt.


Simplified Technical English (ASD-STE100)

Die Luft- und Raumfahrtindustrie war schon immer eine innovative Branche, die von Anfang an auf internationale Kommunikation angewiesen war. Bevor sich die Global Player entwickelten, mussten verschiedene Hersteller und Zulieferer miteinander kooperieren. Da Englisch seit jeher die Sprache der internationalen Luftfahrt ist, war es selbstverständlich, dass man es auch für den Standard als gemeinsame Sprache einsetzte. Zudem mussten die Wartungs- und Reparaturdokumentation in einer Sprache verfasst sein, die auch Leuten verstehen, deren Englischkenntnisse nicht so gut waren. Dies ist vor allem in den Bereichen, die mit der Sicherheit in der Luftfahrt zusammenhängen, von großer Bedeutung.

So wurde in den 1980er Jahren unter der Leitung der AECMA, der European Association of Aerospace Industries, das Projekt für eine kontrollierte Sprache in der Luftfahrt initiiert. Große Mengen an vorhandenem Material wurden mit großem Aufwand in der Entwicklungsphase analysiert und Erkenntnisse aus der Erforschung der Verständlichkeit einbezogen.

Daraus entstand die Spezifikation für „Simplified English“, die 1986 erstmals veröffentlicht wurde.

Um es von anderen gleichnamigen Ansätzen abzugenzen, wurde Simplified English in nachfolgenden Ausgaben in „Simplified Technical English“ (STE) umbenannt. Die aktuelle Version 6 wurde im Januar 2013 veröffentlicht. Inzwischen hat sich STE als ausgereifter und konsistenter Standard erwiesen, der als Vorlage für Styleguides, Richtlinien oder Anleitungen für das Technische Schreiben dient.



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